Für Sie gelesen

Unsere Besprechungen:

Es sind 51 Besprechungen erfasst:

 

eingefügt Autor Titel Besprechung von
27.01.2016 Lee, Harper Wer die Nachtigall stört Packende Neuübersetzung des Südstaaten Epos: Die kleine Scout entdeckt während ihrer ersten Schuljahre, dass sich hinter der langweiligen Erscheinung ihres Vaters Atticus viel mehr verbirgt. Sein Kampf gegen Rassismus kommt zutage, als er in seiner Funktion als Strafverteidiger die Rechte eines Dunkelhäutigen verteidigt. Die Autorin entführt die Leserschaft auf mitreissende Weise in die Sonderheiten von Alabama. Man vermag die Staubtrockenheit des Sommers zu fühlen. S. Bircher
27.01.2016 Noll, Ingrid Mittagstisch Unterhaltender Krimi mit familiärem Touch. Kleinbürgerliche Charaktere treffen sich am illegalen Mittagstisch der Protagonistin und bald schon nehmen auf unterhaltende Art geschilderte Gedanken verbrecherische Formen an. S. Bircher
27.01.2016 Lee, Harper Gehe hin, stelle einen Wächter "Scout" aus dem Klassiker "Wer die Nachtigall stört" kehrt als junge Erwachsene in ihre Heimatstadt in Alabama zurück. Mit Unverständnis reagiert sie auf das negative Verhalten ihrer Familie, insbesondere ihres Vaters, hervorgerufen durch die Rassenunruhen der 50er. Schlussendlich ist es ihr eigenes Gewissen, welches ihr den Weg weist. S. Bircher
15.12.2015 Orth, Stephan Couchsurfing im Iran - Meine Reise hinter verschlossenen Türen Stephan Orth schildert in kurzen Abschnitten seine Begegnungen mit iranischen Couchsurfer-Gastgebern. Unterhaltend geschrieben vermittelt das Buch Unbekanntes und Erstaunliches aus Iran. S. Bircher
15.12.2015 Lagercrantz, David Verschwörung Der Nachfolgeband zur Trilogie von Stieg Larsson knüpft reibungslos an die Werke des verstorbenen Stieg Larsson an. Weniger Gewalt, dafür mehr psycho-soziale Aspekte lassen diesen spannenden Thriller auch für ein weiteres Publikum zu. (Das Buch ist auch auf Englisch erhältlich). S. Bircher
17.11.2015 Krneta, Guy Unger üs Kurze, humorvolle, nachdenklich stimmende Familienepisoden erzählt in heiterer Mundart. Ein Lesevergnügen ohne grossen Kommentar. S. Bircher
26.10.2015 Hirata, Andrea Die Regenbogen-Truppe Andrea Hirata erzählt in seinem autobiographischen Roman von seiner Schulzeit in den ärmsten Bevölkerungsschichten von Indonesien. Auf eindrückliche Weise, mit viel Lebensmut und grosser Ausdauer, trotz schlechtmöglichster Voraussetzungen, streben Ikal und seine Freunde aus der Regenbogentruppe nach Bildung und Wissen und tragen damit dazu bei, dass die ärmliche Dorfschule erhalten bleiben kann. S. Bircher
26.10.2015 Hirata, Andrea Der Träumer Die Geschichte vom indonesischen Jungen aus der "Regenbogen-Truppe" findet in diesem Buch seine Fortsetzung. Nach der Schulzeit gelingt es dem überdurchschnittlich begabten Ikal, trotz grosser Armut und widrigen Umständen, seine Visionen für eine bessere Zukunft zu bewahren. Bildung ist die einzige Chance und Ikal gibt nicht auf, bis er es schafft, seine Träume mit einem Stipendium in Westeuropa zu verwirklichen. S. Bircher
20.10.2015 Krohn, Tim Nachts in Vals Was die Protagonisten der im Buch enthaltenen Kurzgeschichten verbindet, ist der Ort des Geschehens: Vals bei Nacht. S. Bircher
20.10.2015 Andersson, Per J. Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine L Pikay, welcher in ärmlichsten Verhältnissen in Indien aufwächst, gelangt durch seine grosse Begabung als Porträtmaler zu Bekanntheit. Trotz diesem Erfolg reichen seine Mittel in den Siebziger Jahren nicht aus, um seiner grossen Liebe mit dem Flugzeug nach Schweden zu folgen - er macht sich per Fahrrad auf die lange und schlussendlich erfolgreiche Reise. - Eine wahre Geschichte mit interessanten Schilderungen des indischen Kastensystems. S. Bircher
22.09.2015 Cobanli, Hasan; Reichenberger, Stephan Der halbe Mond Hasan Cobanli erzählt die authentische Geschichte seines Grossvaters, gekonnt in Verbindung gebracht mit den politischen und gesellschaftlichen Vorgängen in der Türkei und Deutschland nach dem ersten Weltkrieg bis zur heutigen Zeit. Wie in einer interessanten Geschichtsstunde werden Details vom Wandel des Osmanischen Reichs zur heutigen Türkei glaubwürdig mit einer Familiengeschichte verknüpft. S. Bircher
18.08.2015 Damas, Geneviève Wenn du über den Fluss gehst Françcois lebt in einfachsten Verhältnissen auf dem Hof seines Vaters, wo er Schweine hütet und nach dem Verschwinden seiner geliebten Scnwester für den Haushalt zuständig ist. Der Dorfpfarrer bringt ihm das Lesen bei, und öffnet damit für den 17-Jährigen die Tore zu seiner eigentlichen Herkunft. François beginnt sein Leben selber zu gestalten und wagt die Flucht. - Eine poetische Geschichte über traurige Familienverhältnisse. S. Bircher
15.08.2015 Kottmann, Evelyna Kreuz Teufels Luder Evelyna Kottmann erlebte als Kind sexuelle Übergriffe ihrer Mutter und deren Freier, später im Heim Misshandlungen durch Teufelsaustreibungen. Im Buch schildert sie ihren schlimmen Heimalltag, ergänzt durch Aktenauszüge und Notizen aus dem Erziehungstagebuch der zuständigen Schwester im Heim. - Tragische Kindheits- und Jugenderinnerungen, die einem zu Herzen gehen. S. Bircher
03.08.2015 Khadra, Yasmina Worauf die Affen warten In diesem Thriller geht es nicht nur um die Auflösung eines Mordfalls. Der Autor blickt tief in die gesellschaftspolitischen Ränke- und Machtspiele von Algerien, welchen jedermann zu Opfer fallen kann. S. Bircher
03.08.2015 Brühlmann-Jecklin, Erica Rosenkind Die biographische Geschichte erzählt die schwierigen Lebensumstände der sieben Halbwaisen von Franziska Bucher, welche auf behördliches Geheiss hin der Mutter weggenommen und 1925 im Heim untergebracht wurden. Das Buch gibt einen Einblick in den harten Heim-Alltag und die damalige Gesinnung. S. Bircher
22.07.2015 Rothfuss, Patrick Die Musik der Stille Das Mädchen Auri lebt in einer untergegangenen Welt, weg von der Menschheit, ganz alleine. Allen Räumen und Gegenständen in ihrem Leben gibt sie besondere Namen und ordnet ihnen nach gründlicher Überlegung ein Wesen zu, als wären sie lebendig. - Eine feine Geschichte, die mit der Phantasie spielt und andere Formen der Wahrnehmungen eröffnet. S. Bircher
22.07.2015 Seethaler, Robert Der Trafikant Der junge Bursche Franz aus Oberösterreich erhält 1937 die Chance, bei einem Bekannten seiner Mutter in Wien eine Trafikantenlehre (Kiosk) zu machen. Die sich schnell ändernde politische Situation, NAZI-Deutschland übernimmt die Macht, erlaubt Franz nur eine kurze Zeit der Unbedarftheit. Er entdeckt die Grossstadt, erlebt seine erste Liebe und schliesst Bekanntschaft mit Sigmund Freud. Eine nachdenklich stimmende Erzählung, welche die Lebensgeschichte eines jungen Mannes gekonnt mit den traurigen gesellschaftlichen Veränderungen der Vorkriegszeit verknüpft. S. Bircher
14.07.2015 Collins Ciaran Tausend Worte Dorftrottel Charlie ist gar nicht so doof und seltsam, wie es zuerst erscheint. Nach traumatischen Erlebnissen erzählt der Sonderling auf Vorschlag seines Therapeuten seine traurige Lebensgeschichte und die Schicksale seiner besten Freunde. S. Bircher
03.03.2015 Andersen, Philipp / Bach, Miriam Warte auf mich Der verheiratete Autor Philipp Andersen und die Schriftstellerin Miriam Bach verlieben sich hoffnungslos. Miriam möche mit der Zeit nicht einfach nur Geliebte sein. Die Beiden beginnen unabhängig voneinander ihre gemeinsame Geschichte aufzuschreiben. Sie verlieren sich aus den Augen, aber ihre Geschichten finden in einem Buch zusammen. S. Bircher
29.10.2014 Ballantyne, Lisa Der Schuldige Der elfjährige Sebastian wird des Mordes an seinem kleinen Spielkameraden verdächtigt. Sein Anwalt Daniel Hunter sieht sich während des Gerichtsverfahrens mit seiner eigenen, tragischen Kindheit konfrontiert. Er versteht, wie schnell sich ein Abgrund auftun kann, und glaubt den Unschuldsbeteuerungen des intelligenten, ausserordentlichen Jungen. Daniel Hunters Geschichte klärt sich, und am Ende des Buches auch der brutale Mord. S. Bircher
28.10.2014 Auster, Paul Winterjournal Paul Austers autobiographisches Werk gibt einen offenen Einblick in seine Lebensgeschichte. Der in und um New York aufgewachsene und lebende Autor erzählt auf fesselnde Weise die wichtigen Ereignisse in seinem Leben. S. Bircher
29.09.2014 Heinitz, Maria Regina Als der Sommer eine Farbe verlor Nach dem Selbstmordversuch ihrer Mutter kann die 13-jährige Bénédicte die Farbe Rot nicht mehr erkennen. Ihr Vater zieht mit ihr und ihrem kleinen Bruder Marcel in die Provinz, wo er die Führung einer psychiatrischen Klinik übernimmt. Die beiden Geschwister vermissen ihre in einem Sanatorium untergebrachte Mutter schmerzlich und ihre Fragen nach der geliebten Mutter stossen bei den Erwachsenen auf Stillschweigen. Langsam entwickeln sich am neuen Wohnort neue Freundschaften und die Kinder sind in der Lage, wieder glückliche Alltage zu erleben. Am Ende der mitreissenden Geschichte wird geklärt, wo sich die Mutter befindet, und weshalb ihr der Weg zurück zur geliebten Familie nicht möglich war. S. Bircher
09.09.2014 Rattaro, Sara Mehr als mein Leben Trotz sorgenfreier Umstände schafft es Viola nicht, eine treue Ehefrau und Mutter zu sein. Erst als das Schicksal die Kleinfamilie schwer trifft, und die siebzehnjährige Tochter Luce in grösster Lebensgefahr schwebt, macht sie den mutigsten Schritt, den eine Mutter für ihre Familie tun kann. S. Bircher
03.09.2014 Volo, Fabio Zeit für mich und Zeit für dich Lorenzo verbringt eine Kindheit in grosser Armut. Oftmals fühlt er sich von seinem arbeitsamen Vater unverstanden. Erst mit dem Alter findet eine Annäherung statt, als Vater und Sohn erkennen, dass sie sich gar nicht so unähnlich sind. Die Geschichte einer einfachen, italienischen Kleinfamilie mit grossem Geist. S. Bircher
22.08.2014 Roger, Marie-Sabine Das Leben ist ein listiger Kater Der verwitwete Rentner Jean-Pierre, recht eigenbrötlerisch geworden, liegt nach einem Unfall im Spitalbett. Seine Bewegungsfreiheit ist arg eingeschränkt und so hat er genügend Zeit, sein Leben zu reflektieren und sich an seiner Umgebung zu stören. Die neuen Bekanntschaften erweisen sich aber plötzlich weniger nervig als erwartet und Jean-Pierre kann ihnen bald auch Gutes abgewinnen. - Wunderbar geschilderte Beziehungssequenzen aus der Sicht des Patienten, humorvoll und doch weise betrachtet. S. Bircher
19.06.2014 Schofield, Michael Ich will doch bloss sterben, Papa Michael Schofield schildert in bewegenden Worten die Geschichte der Schizophrenie seiner Tochter Jani. Selten erkrankt ein kleines Kind an dieser unheilbaren Krankheit. Die Familie sieht sich einem ununterbrochenen Kampf ausgesetzt, nicht nur gegen das aggressive Verhalten des kleinen Mädchens, sondern auch auf dem beschwerlichen Weg bis zur Diagnose. Michael Schofiel gewährt den Leser/innen einen offenen, unbeschönigenden Einblick in das schwierige Familienleben, welches durch tiefe Liebe zum kranken Kind geprägt ist. Eine wahre Geschichte, so fesselnd, dass man sie in einem Zug durchliest oder -lesen möchte. S. Bircher
24.05.2014 Scheib, Asta Sonntag in meinem Herzen In ihrem neuen Buch schildert Asta Scheib die Lebensgeschichte des Münchner Malers Carl Spitzweg von seinen ersten bis zu seinen letzten Atemzügen. Wie schon in ihrem Erfolgswerk über den Künstler Giovanni Segantini integriert die Autorin das Kunstschaffen des Malers in interessanter Weise in den Roman und als Leser/in verspürt man unweigerlich den Drang, sich die Bilder im Internet anzuschauen. S. Bircher
13.05.2014 Michel-Amadry Marc Zwei Zebras in New York Weil die Zebras in seinem Zoo im Gazastreifen sterben, bemalt der Zirkusdirektor zwei Esel mit Streifen. Diese unorthodoxe Methode schafft es in die Schlagzeilen und bringt fünf Menschen in New York zusammen. Eine kurze, schöne Geschichte, welche vom Anfang an direkt dem Happy End entgegensteuert. S. Bircher
13.05.2014 Läckberg, Camilla Die Engelmacherin In bekannter Manier verknüpft Camilla Läckberg in ihrem neuen Krimi die Auflösung der verbrecherischen Taten mit dem Familienleben der Ermittler und deren Umfeld. Detailliert wird die Geschichte, welche sich wieder in der Gegend des pittoresken Ortes Fjällbacka abspielt, langsam aufgerollt. Spannende Rückblenden, welche Hintergründe der bewegten Leben der Vorfahren erzählen, könnten ganz gut für ein eigenständiges Buch dienen. S. Bircher
02.04.2014 Genova, Lisa Der Liebe eine Stimme geben Lisa Genova macht auch in ihrem neuen Roman eine Krankheit zum Thema: Autismus. Zwei Frauen, welche beide einen Verlust erlitten haben, begegnen sich auf der idyllischen Insel Nantucket. Erst am Ende der Geschichte zeigt sich, wie nahe sich die beiden kommen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Beth hält in ihrem Roman die Wahrnehmungen eines autistischen Jungen aus dessen Sicht fest, welche ihr von selber zuzufliessen scheinen. Es ist dies die Geschichte von Anthony, dem in Kinderjahren verstorbenen Sohn von Olivia, welche zu gerne die Mauer zu ihrem geliebten Kind durchbrochen hätte, um ihm ihre uneingeschränkte Liebe zu zeigen. Schlussendlich ermöglicht es ihr das Buch von Beth, ihren Sohn von einer anderen Seite, aus seiner Sicht, kennenzulernen. S. Bircher
02.04.2014 Tschui, Silvia Jakobs Ross Wild, ungestüm, unverblümt, blutig und doch realistisch kommt einem dieses Erstlingswerk in dialektaler Sprache entgegen. Geschildert wird die Geschichte einer mausarmen Pächterfamilie in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der ländlichen Schweiz. Die missbrauchte Magd Elsie versucht trotz aller Widrigkeiten einige Freuden im Leben zu bewahren. Die brutalen Lebensbedingungen lassen dies nicht zu. Ihre Wahrnehmung von Zwischenwelten lässt sie schlussendlich in diese abgleiten und der Realität entfliehen. S. Bircher
26.03.2014 O'Donnell, Lisa Bienensterben Eine unglaubliche Geschichte zweier Schwestern im Teenager-Alter, welche versuchen, den Tod ihrer drogenabhängigen Eltern geheim zu halten, um nicht in ein Heim eingewiesen zu werden. Kapitelweise erzählt aus der Sicht der beiden Schwestern sowie ihres äusserst hilfsbereiten, von der Nachbarschaft mit Vorurteilen belasteten Nachbarn. Ungezüglet, direkt, unbeschönigend erzählt, ein Erstlingswerk spannend und anrührig zugleich. S. Bircher
08.03.2014 Enard, Mathias Strasse der Diebe Der 20-jährige Marokkaner Lakhdar erzählt sein Leben im Umfeld des arabischen Frühlings, die Gewaltbereitschaft in seiner nächsten Umgebung, welche sich trotz neuesten technischen Einrichtungen in alten Mustern bewegt und Unterdrückung und Verbrechen zulässt. Dieser Roman könnte wahren Begebenheiten entsprechen, so realistisch werden die - leider oft tragischen - Ereignisse geschildert. S. Bircher
08.03.2014 Krug, Dietmar Mehr Freiheit Der deutsche Universitätsdozent Burkhard Van der Waiden ist nach Wien gezogen, um eine rare Chance nach beruflichem Aufstieg wahrzunehmen. Ganz bewusst beginnt er nun, die Schwächen, Ängste und Geheimnisse seiner Frau, seiner Tochter und seines Sohnes wahrzunehmen. Es gelingt ihm aber nicht, seine Erkenntnisse einzusetzen, um Nähe und Verantwortung unter der Familienmitgliedern zu fördern. Zu sehr ist er mit seiner erkrankten Mutter, seinem neuen beruflichen Umwelt und seiner Eigenwahrnehmung gefordert. S. Bircher
22.02.2014 Pressler, Mirjam Golem stiller Bruder Als Jugendbuchautorin greift die Autorin mit diesem Buch über die Legende von "Golem", einem zum Schutz der jüdischen Bevölkerung künstlich erschaffenen Menschen im Prag des Mittelalters, ins Erwachsenengenre über. Die teilweise brutale Wirklichkeit aber auch der Zusammenhalt der Judengemeinde in Prag wird anhand der Lebensgeschichte des 15-jährigen Jankels geschildert, der Sage um "Golem" eine Geschichte gegeben, die historisch nachvollziehbar ist. S. Bircher
22.02.2014 Graf, Roman Niedergang Spannend beschreibt der aus Winterthur stammende Autor den Aufstieg von André und seiner Freundin Louise auf einen Berggipfel: die Natur, das Wetter, die physischen und nach und nach auch die psychischen Umstände. In der Geschichte braucht es daher nur wenige Mitwirkende. Alles konzentriert sich auf die Gedankengänge des Protagonisten, welcher beharrlich sein Ziel verfolgt ungeachtet der widrigen Umstände, und - trotz besserem Wissen und innerer Zerrissenheit- nicht aufgeben kann. S. Bircher
15.02.2014 Wiedmer-Mani Erika Jakobskinder Die Autorin schildert in klaren Worten das einfache, karge Leben einer Familie im Niedersimmental. Sie lässt die Zeit unserer Gross- und Urgrosseltern auf- und miterleben. Eine mitreissende Reise in die Vergangenheit der Oberländer Bevölkerung. S. Bircher
15.02.2014 Pessl, Marisha Die amerikanische Nacht Die Protagonisten dieses Romans lernen sich scheinbar zufällig kennen, auf der Suche nach Hinweisen zum mysteriösen Tod einer jungen, äusserst begabten Frau in Manhattan. Wo ist die Verbindung? Was diese Personen zusammen recherchieren lässt und motiviert, und was es mit dem Todesfall auf sich hat, wird von der Autorin langsam, aber spannend und packend, enthüllt. S. Bircher
23.11.2013 Miscavige Hill, Jenna Mein geheimes Leben bei Scientology und meine dramatische Flucht Die Nichte des damaligen obersten Führers der Scientologen-Kirche schildert detailliert ihre Kindheit und Jugendjahre in den 80er und 90er Jahren als Mitglied der Organisation. Sie erläutert in ihrer Biographie klar die Strukturen, die Ideologien und Ziele der Kirche und erzählt in direkten Worten, wie ihre Familie in das komplexe System eingebunden war, und wie sie 2005 den Ausstieg fand. S. Bircher
21.11.2013 Krüsi, Christina Das Paradies war meine Hölle Christina Krüsi wurde als kleines Kind von Missionaren im Urwald von Bolivien sexuell missbraucht. In ihrer ergreifenden Biographie schildert sie ihre Versuche, die schrecklichen Geschehnisse zu verarbeiten. S. Bircher
19.11.2013 Shpancer, Noam Der glücklose Therapeut Wie bereits in seinem Erstlingswerk lässt der Autor seine Fachkenntnisse als Psychologe auch in diesem Roman einfliessen. Dies lässt den Protagonisten und die Handlung echt und unterhaltend erscheinen. S. Bircher
11.11.2013 Lisa Genova Mein Leben ohne Gestern Die Psychologie-Professorin Alice ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und Ehefrau eines angesehenen Biologen. Kurz nach ihrem 50. Geburtstag erhält sie die Diagnose „frühzeitige Alzheimer“. Sie trifft zwei Vorkehrungen für ihre Zukunft. Eine davon ist, sich bei einem befreundeten Arzt genügend Tabletten für den Freitod zu besorgen, welche sie dann nicht mehr finden kann, als sie ihrem Leiden ein Ende bereiten will. Dadurch wird das Buch zu einer ergreifenden Geschichte über das Fortschreiten dieser Krankheit und dass so ein Schicksal für die ganze Familie Chance sein kann zu verstehen, was im Leben am meisten zählt: Die Liebe. Therese Oehrli
22.10.2013 Val McDermid The Vanishing Point Spannende Lektüre für Leute, die gerne in Englisch lesen. Zeitgemässe Geschichte über einen englischen "Reality Star" und deren Ghostwriterin. S. Bircher
09.10.2013 Ayad Akhtar Himmelssucher Eine intensive, lebhafte Geschichte einer pakistanischen Familie in Amerika Ende der 70er Jahre. Der 10-jährige Hayat hat es nicht leicht mit seinen Akademiker-Eltern. Als seine Tante Mina ihn mit dem Koran vertraut macht, sucht Hayat seine Werte und seinen Lebenssinn im islamischen Glauben. Nach tragischen Beziehungskonflikten im Familienkreis erfährt der Junge beim Erwachsenwerden, dass auch andere Wertvorstellungen und Ansichten Berechtigung haben, und dass sein im Geheimen begangenes Unrecht verziehen wurde. S. Bircher
14.09.2013 Joël Dicker Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert Schriftsteller Marcus Goldman hat nach seinem ersten Bestseller eine Schreibblockade und sucht Hilfe bei seinem alten Mentor und Freund Harry Quebert. Dieser gerät aber in grosse Schwierigkeiten, da in seinem Garten die Leiche der vor 35 Jahren verschollenen 15-jährigen Nola gefunden wird. Ist Harry Quebert der Mörder? Marcus glaubt an seine Unschuld und nimmt Ermittlungen auf. Bald zeigt sich, dass sein Freund eine unerlaubte Affäre mit der jungen, schönen Nola hatte. Marcus deckt mit Hilfe des Polizeiinspektors bald schon erst Geheimnisse der Bewohner der hübschen Kleinstadt Aurora in Neuengland auf. Spannend entwickelt sich die Geschichte, immer neue Erkenntnisse tauchen auf, und man sieht die Bewohner in einem neuen Licht. Dem Autor gelingt es, die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten. Ein fein gestrickter, fesselnder Roman. S. Bircher
11.09.2013 Carlos Ruiz Zafon Das Spiel des Engels David Martin verlebt eine harte Kindheit im Barcelona der Vorkriegszeit zum Spanischen Bürgerkrieg. Korruptheit und Verbrechen regieren die Stadt. Als Mitarbeiter eines Verlags hat der Jungautor Martin kaum Chancen, sein ausserordentliches Schreibtalent jemals bekannt zu machen. Bis ein mysteriöser Verleger seinem Leben neue Perspektiven eröffnet. Carlos Ruiz Zafon erzählt mit viel Gefühl eine faszinierende Geschichte, bei der sich die Realität, langsam aber geschickt gesponnen, mit der Phantasie vermischt. Unglückliche Liebe, Verbrechen und Unfassbares machen diese fesselnde Erzählung spannend bis zum letzten Wort. Der Autor entführt die Leserschaft wiederum in die Strassen seiner Heimatstadt Barcelona. S. Bircher
09.09.2013 Grégoire Delacourt Alle meine Wünsche "Papa, ich habe achtzehn Millionen gewonnen.Papa starrt mich an.Er traut seinen Ohren nicht.Sein Mund verzieht sich zu einem Lächeln.Das sich in ein Lachen verwandelt. Erst ein nervöses,dann siegt die Freude.Er wischt die kleinen Tränen ab, die aus seinen Augen perlen:Das ist wunderbar, mein Töchterchen, du musst sehr glücklich sein..." Jocelyne,47,ist ganz zufrieden mit ihrem bescheidenen Leben. In einer beschaulichen Kleinstadt in der Nähe von Paris führt sie einen Kurzwarenladen.Betreut einen Blog über Stricken, Nähen und Sticken.Liebt ihren ungehobelten Mann,hat zwei beinahe erwachsene Kinder, ein drittes ist bei der Geburt gestorben und...füllt auf Druck ihrer Freundinnen...einen Lottoschein aus!Einen einzigen...und gewinnt! ...dieses kleine Buch tönt so gewöhnlich,unspektakulär,ja vielleicht sogar langweilig... Der Lottogewinn bringt alle(s) durcheinander...nicht so, wie Sie vielleicht denken mögen.Nein! ...diese Parabel über das kleine Glück geht ganz anders,bewegt,wühlt auf,macht traurig und glücklich zugleich.Sehr einfühlsam und hinreissend schön geschrieben, lässt sie den Leser teilhaben an Jocelynes Gedanken,Wünschen,Überlegungen und Entscheidungen.Einfach wunderbar. Stephanie Iseli
25.08.2013 Sten, Viveca Mörderische Schärennächte Ermittler Thomas Andreasson merkt bald, dass es sich beim augenscheinlichen Selbstmord eines jungen Psychologiestudenten wohl doch um einen Mord handelt. Es passieren in kurzer Zeit weitere Mordfälle, bei welchen Verbindungen zum jungen Studenten nachgewiesen werden können. Was ist damals vor 30 Jahren bei den berühmten Küstenjägern geschehen, dass die Mitglieder einer damaligen Elite-Truppe einer nach dem anderen Tod aufgefunden werden? Was hat der Student bei seinen Studien-Nachforschungen herausgefunden? Die Autorin schildert wiederum mit Liebe zum Detail die Szenerie rund um Stockholm. Die Familienverhältnisse und freundschaftlichen Verbindungen des Protagonisten werden geschickt in die spannende Geschichte eingeflochten. S. Bircher
25.08.2013 Grill, Evelyn Der Sohn des Knochenzählers Schon der Titel lässt vermuten, dass diese Geschichte keinem gängigen Klischee entspricht. Es ist eine unschöne Geschichte, ohne Happy-End, von der Autorin geradlinig, in schlichten Sätzen und doch spannend erzählt. Bald schon vermuten wir als Lesende, dass der junge Protagonist, dessen Gesicht seit einem Unfall entstellt ist, und den wir eigentlich bedauern möchten, in seinem Verhalten nicht der Normalität entspricht. Seit seine Mutter verschwunden ist, lässt er sich ziellos treiben, und die Vermutung kommt auf, dass er mit ihrem Verschwinden etwas zu tun haben könnte. Der ländliche, idyllische Handlungsort mit seinen Bewohner/innen wird uns von der Autorin schnörkellos nähergebracht. Wir möchten wissen, was mit dieser Mutter geschehen ist. S. Bircher
15.08.2013 Olvedi, Ulla Zanskar und ein Leben mehr Ulli Olvedi entführt die Leser/innen mit diesem Buch in das Leben von Nonnen in Tibet. Pema-Marie macht sich in Tibet auf die Suche nach ihrer seit 10 Jahren vermissten Mutter, welche nach der Trennung von ihrem Mann und von ihrer Tochter in ihrem Herkunftsland ihre weltlichen und geistigen Wurzeln entdecken wollte. In der Form von aufgefundenen Tagebüchern lernt Pema-Marie ihre entfremdete Mutter mit neuen Augen sehen, und auch ihr öffnen sich die Augen für ihr bisheriges, nicht einfaches Leben. Eine eindrücklich geschilderte Familien-Geschichte mit buddhistischem Hintergrund, in der einem die Personen in einer schönen Erzählung nähergebracht werden. S. Bircher
26.07.2013 Mercier, Paul Nachtzug nach Lissabon Mittlerweile ist das Buch verfilmt worden - aber bei allem Respekt für die schauspielerischen Leistungen: die vielen philosophischen Exkurse, die ganze Gedankenwelt des Protagonisten sind kaum darstellbar. So bleibt wohl das Buch immer erste Wahl, um einen Schritsteller kennen zu lernen. Roland